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Mehrgenerationen-Campus in Düsseldorf-Kaiserswerth geplant

6. September 2021

Das Wort „Campus“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „Feld“. Im heutigen Sprachgebrauch steht es für eine Anlage mit mehreren zusammengehörenden Gebäuden. „Nördlich Kalkumer Schlossallee“ ist ein Campus-Projekt mit sozialen Zielen, das auf ein harmonisches Miteinander setzt und als eine besondere Baumaßnahme in Düsseldorf im Gespräch ist. Gebäude, in denen Freundschaften geschlossen werden könnten.

Genehmigungen gibt es noch nicht, Vorstellungen und Ziele aber schon. Einer von mehreren wichtigen Aspekten ist das gezielte Zusammenleben von mehreren Generationen auf einem Campus. Kinder jeden Alters, junge und ältere Berufstätige, Pensionäre und Rentner: Sie könnten im schönen Kaiserswerth bald ein neues Zuhause finden, um so Teil eines generationenübergreifenden Wohnprojekts zu werden. Sich unterstützen und helfen, miteinander reden, spielen oder die Kleinsten betreuen: Das Miteinander kommt, das Nebeneinander geht.

Das Planungsgebiet in Kaiserswerth. Bild: Duesseldorf.de

Noch ist nichts beschlossen, aber die Verwaltung der Stadt wurde vom Rat beauftragt, den Beteiligungs- und Planungsprozess zur Fläche „Nördlich Kalkumer Schlossallee“ fortzusetzen – und zwar auf der Basis der Ergebnisse des Verfahrens „Perspektiven für den Düsseldorfer Norden“. Sehr nüchterne Worte im typischen Amtsdeutsch, die aber für ein Projekt stehen, in dem es Menschen verschiedener Generationen gut gehen soll.

Die Öffentlichkeit wird beteiligt

Das Areal in Düsseldorf-Kaiserswerth ist dafür ganz sicher groß genug. Das 34 Hektar große Gebiet erstreckt sich von der Stadtbahntrasse im Westen bis zu der im Osten gelegenen Straße Am Mühlenacker. Für eine mögliche Verwirklichung des Campus-Wohnens soll ein zweiphasiger Wettbewerb in Gang gesetzt werden, die Öffentlichkeit wird rege beteiligt. Die Aufstellung eines Bebauungsplans könnte später folgen.

Wohnen im Westen – öffentliche Einrichtungen im Osten

Der westliche Bereich des großen Areals würde die neue Wohnbebauung beherbergen, begleitet von weiteren Schulen. Im Ostteil könnten weitere Angebote angesiedelt werden. Denkbar sind öffentliche Sport- und Erholungsangebote, eine Kindertagesstätte und eine Seniorenresidenz.

Teilnehmer am Wettbewerb haben außer dem Fokus auf dem generationenübergreifenden Wohnen weitere Vorgaben zu berücksichtigen. So steht durch mehr Wohnraum mit weiteren Angeboten die Ausarbeitung eines Mobilitätskonzepts im Raum, das allen Bedürfnissen gerecht werden muss. Zu klärende Fragen gibt es auch im Hinblick auf Maßnahmen zur Klimaanpassung und zum Einsatz zukunftsfähiger Energieträger.

Campus hätte Mehrwert für den Stadtteil

Eine für Düsseldorf-Kaiserswerth „gesunde Sache“ müsste der neue Campus werden, der sich, da sind die Vorstellungen ganz klar, gut in die Umgebung einfügen muss und möglichst für den Ist-Bestand in diesem malerischen kleinen Vorort am Rhein einen Mehrwert haben sollte. Verbunden damit ist auch, die mögliche neue Bebauung zu begrenzen, um so einen klaren Ortsrand zu definieren.

Studie: Großes Interesse an „Wohnen mal anders“              

Noch ist alles Theorie, aber in der Praxis könnte das Campus-Konzept funktionieren. So hat die PSD Bank Nord, eine Privatkundenbank, gerade eine Studie veröffentlicht, die deutlich macht: 60 Prozent der Deutschen und folglich die Mehrheit ist an alternativen Wohnungsformen interessiert. Befragt wurden 1000 Menschen, die älter als 18 Jahre sind. Für 78 Prozent der unter 35-Jährigen ist es vorstellbar, gemeinsam mit anderen zu leben – ob in einer Wohngemeinschaft oder in enger Nachbarschaft in verschiedenen Wohnungen.

Spaß für Alt und Jung: Bootfahren auf dem Rhein bei Kaiserswerth. Bild: Georg Arthur Pflueger / unsplash

Junge Eltern möchten bald nach der Geburt des Kindes wieder arbeiten und bevorzugen eine Betreuung der Großeltern, bis es Zeit ist für den Kindergarten; Senioren benötigen Hilfe im Haushalt – und seien es auch nur kleine „Dienstleistungen“ wie das Waschen und Aufhängen der Gardinen; nach einem Unfall fällt das Laufen schwer und Einkäufe können vorübergehend nicht mehr allein erledigt werden: All das und noch viel mehr ist vorstellbar. Und all das ist lösbar, wenn Menschen verschiedenen Alters aus einer Familie oder auch mehrere Freunde in einem sozialen Umfeld zusammenleben, das schnelle Hilfe mit kurzen Wegen möglich macht.

Kaiserswerth: Kleiner Vorort mit großer Geschichte

Kaiserswerth ist dafür ein malerischer Standort. Mit rund 7900 Einwohnern hat der Ortsteil im Düsseldorfer Norden viel Geschichte im Rücken, was uns zuerst auf Kaiser Friedrich Barbarossa bringt. Aus dem Siebengebirge ließ er riesige Steinquader an den Rhein bringen und baute ab 1174 eine Festung an dem damaligen Handelsweg, dem Hellweg in Germania. Rund 50 Meter der Mauern dieses damals überall bekannten gigantischen Gebäudes sind bis heute erhalten und lassen sich bestens von der Flussseite aus betrachten: mit der Fähre auf dem Rhein. Die „Kaiserpfalz“ ist nur eine der Sehenswürdigkeiten, die immer wieder Touristen aus aller Herren Länder nach Kaiserswerth lockt.

Ein Spaziergang durch den Ort führt unweigerlich zu der St. Suitbertus Basilika, in der die Gebeine des Heiligen in einem vergoldeten Schrein ruhen und einen der letzten Teile eines damals großen Kirchenschatzes bilden. Wo heute die Basilika steht, gründete der Benediktiner Suitbertus um 700 ein Kloster. Die Basilika wurde zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert erbaut. Neueren Datums, aber deshalb nicht weniger voller Schmuck, sind die Barockhäuser, die noch überall in der Stadt zu finden sind.

Florence Nightingale in Kaiserswerth

Etwas nüchterner betrachtet ist Kaiserswerth der Düsseldorfer Stadtbezirk 5, der sich aus wiederum 5 Stadtteilen zusammensetzt. Kalkum ist einer davon.

Florence Nightingale (pixabay) hinterließ Spuren in Kaiserswerth

Gleichzeitig ist Kaiserswerth ein Stadtteil voller Historie und Charme, den auch Florence Nightingale kennenlernte: Die britische Krankenschwester war im Jahr 1851 im dortigen Krankenhaus für einige Monate zu Besuch, um zu lernen. Das Krankenhaus trägt seit über 50 Jahren deshalb auch ihren Namen. Die Pionierin der Krankenpflege ist möglicherweise ein gutes Omen für ein Pionier-Projekt auf dem Campus.

Wir halten Sie auf dem Laufenden, wie es mit dem Projekt in Düsseldorf-Kaiserswerth weitergeht.

Neubauprojekt „Angerhof“ in Düsseldorf-Angermund. Bild: BÖCKER-Wohnimmobilien

In Angermund, ebenfalls im grünen Norden der Landeshauptstadt situiert, entsteht das Neubauprojekt „Angerhof“ mit Eigentumswohnungen und Stadthäusern. Von hier aus führen schöne Radwege zur Kaiserpfalz in Kaiserswerth und entlang des Rheins.

Weitere Neubauprojekte in Düsseldorf und Umgebung zeigt Ihnen der neubau kompass.

Text: Andrea Hunkemöller

Titelbild: pixabay