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100 Meter Innovation: Neues Hochhaus in der Düsseldorfer City geplant

11. September 2020

Wenige Metropolen haben in den vergangenen Jahren ihr Gesicht derart verändert wie Düsseldorf. Neue Hochhäuser ragen in zahlreichen Stadtteilen in den Himmel; rund um den Medienhafen haben die schiefen Gehry-Türme eine innovativ designte Nachbarschaft bekommen.

Jetzt sorgt ein weiteres Projekt, diesmal in der Innenstadt, für Furore. Der 100 Meter hohe Turm auf der Tuchtinsel wird – sollte er realisiert werden – ein weiteres Wahrzeichen der Landeshauptstadt sein. Allerdings erntete das Bauvorhaben auch zahlreiche Gegenstimmen. Erfahren Sie weitere Fakten zum außergewöhnlichen Hochhaus-Projekt, welches der spanische Star-Architekt Santiago Calatrava entworfen hat.

Neue Düsseldorfer Skyline? In der Mitte links ist der helle Glasturm zu erkennen. Bild: CENTRUM Gruppe/Santiago Calatrava

Entwickeln will den Turm die Düsseldorfer CENTRUM Gruppe, die bereits flächendeckend in der Stadt Akzente gesetzt hat. Zuletzt mit dem immens begrünten „Kö-Bogen II“, ebenfalls angesiedelt in der Innenstadt. Entstehen würde der an ein Segel erinnernde neue Hochhaus-Turm mitten in der City auf der Tuchtinsel, unweit vom Gustav-Gründgens-Platz.  Dieser wird einerseits vom Schauspielhaus, andererseits von dem unter Denkmalschutz stehenden Dreischeibenhaus dominiert. Letzteres ist „mehr als ein Gebäude“; das 1960 eröffnete Hochhaus gilt mit seinen 94 Metern als ein Manifest der Wirtschaftswunderzeit und genießt mittlerweile architektonischen Symbolcharakter.

Auf einer Fläche von 40.000 Quadratmetern und mit voraussichtlich 20 Etagen sollen im Erdgeschoss sowie im 1. Obergeschoss Einzelhandelsflächen entstehen, während in den oberen Etagen Büros angesiedelt werden. Die Fassade des Bauwerks wird komplett verglast. Das Hochhaus dürfte von weitem ins Auge stechen und Düsseldorf aller Voraussicht nach einen „Sydney-ähnlichen“ Charakter verleihen. Zumindest an dieser Stelle.

Bild: CENTRUM Gruppe / Santiago Calatrava

Star-Architekt aus Spanien für die Düsseldorfer Innenstadt

Als Architekt für den Entwurf zu diesem Bauwerk hat sich die CENTRUM Gruppe für das spanisch-schweizerische Multitalent Santiago Calatrava entschieden. Calatrava ist nicht nur Architekt, sondern zugleich Ingenieur, Bildhauer und Maler. Er versteht es, seinen Gebäuden einen mehrdimensionalen Charakter zu verleihen. Weltweites Aufsehen erregte er mit der Brücke Bac de Roda in Barcelona oder auch mit dem mixed-used Wohnturm „Turning Torso“ in Malmö, um nur zwei Beispiele seines globalen Schaffens zu nennen.

Vogelperspektive. Bild: CENTRUM Gruppe / Santiago Calatrava

Nun soll also die Tuchtinsel in Düsseldorf ein weiterer Ort des architektonischen Geschehens um Santiago Calatrava werden. Die Tuchtinsel, ein Straßenblock, gesäumt von Geschäften und Büros, verdankt ihren Namen dem ehemaligen Fotogeschäft Tucht, das allerdings bereits Ende der Sechziger Jahre geschlossen wurde. Ein Großteil der Gebäude gehört, so ist es in Düsseldorfer Zeitungen nachzulesen, der Familie Böhmer, die das gleichnamige Schuhhaus begründete.  

Schon seit über zehn Jahren sind viele Düsseldorfer mit dem Areal der Tuchtinsel mehr oder weniger unzufrieden. Es fehlt an Glamour und dem schmucken Image, das Düsseldorf über die Grenzen von Nordrhein-Westfalen hinaus so beliebt macht. Der Hochhaus-Turm aus der Feder des weltweit anerkannten Architekten könnte eine Lücke im Innenstadtbereich schließen und die Stadt zugleich um eine architektonische Attraktion reicher machen.

Gegenstimmen nicht zu unterschätzen

Mitte September wird der erst im vergangenen Jahr einberufene Hochhausbeirat über den weiteren Verlauf des geplanten Bauwerks auf der Tuchtinsel entscheiden. Das Gremium wurde gegründet, um die Hochhausentwicklung in der Rheinmetropole im Blick zu behalten und gegebenenfalls einzugreifen, wenn ein Vorhaben droht, aus dem Ruder zu laufen. Dass die Hochhausskulptur auf der Tuchtinsel aus dem Rahmen fällt, befürchten nicht wenige Architekten und Politiker aus Düsseldorf. Ein Großteil fordert etwa, die Höhe des Bauwerks zu reduzieren, damit das Schauspielhaus und das Dreischeibenhaus nicht verschattet werden. Andere fordern als Alternative zum alleinigen Entwurf von Calatrava zudem einen städtebaulichen Wettbewerb, an dem sich mehrere Büros mit ihren Entwürfen beteiligen können. Wie die Geschichte um den Hochhaus-Turm auf der Tuchtinsel ausgeht, bleibt spannend. Sollte es beim gegenwärtigen Konzept bleiben, sieht die CENTRUM Gruppe einen möglichen Baustart zwischen 2024 und 2027 vor.

Neubauprojekt am Fürstenwall: F236. Bild: AKA Group

Während noch über den weiteren Verlauf der Gewerbe- und Büro-Immobilie auf der Tuchtinsel gerungen wird, entstehen in urbaner Trendlage, in Düsseldorf Friedrichstadt, interessante neue Wohnprojekte. Zum Beispiel direkt am Fürstenwall das Neubauvorhaben „F236“ mit sieben Eigentumswohnungen und einem Stadthaus.

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Titelbild: CENTRUM Gruppe / Santiago Calatrava